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Reisetagebuch – Ubud auf Bali, Indonesien

Liebes Tagebuch! 😉

Hier auf Bali erlebe ich etwas total geiles. Als die Maschine, mit der wir aus Kuala Lumpur gestartet waren, auf dem internationalen Flughafen Denpensar Bali zur Landung anfliegt überkommt mich etwas Zauberhaftes. Gerade noch denke ich mal wieder an den Spruch: ‚Der Start und die Landung sind die gefährlichsten Momente beim Fliegen.‘ In diesem Moment ist es etwas wahrscheinlicher für mich zu sterben als sonst. Theoretisch. Vielleicht statistisch. Egal. Ich denke an den Tod.

Plötzlich aus dem Nichts steigt in mir die Gewissheit auf: Das ist nicht das Ende. Der Tod ist nicht das Ende. Diese tiefe Erkenntnis taucht einfach so in mir aus. Wundersam und sehr kraftvoll. Meine Sorgen – bämm – weg! Ich bin umhüllt von Glückseligkeit. Einfach so. Ein Lächeln steigt in mein Gesicht. Ich bin so dankbar dafür, dass der Geist der Insel Bali mir dies eingeben hat. Wer oder was soll es sonst gewesen? Zwei Monate später bin ich immernoch tief in dieser Erkenntnis verwurzelt.

Es ist Mitternacht und am Ausgang des Airports bietet uns ein junger, hochgewachsener Mann an, uns zu unserer Unterkunft zu fahren. Ubud sagen wir. Er sagt: 900.000 Indonesische Rupiah kostet das. Umgerechnet 60 Euro. Wir fallen aus allen Wolken, finden jedoch keine bessere Gelegenheit, handeln ihn auf 800.000 herunter und bitten ihn, an einem Schnell-Resturant anzuhalten. Die Kinder haben großen Hunger. Und da sagen die Leute: Bali ist günstig 🙂 – Jedenfalls nicht um 24 Uhr am Flughafen. Die Fahrt nach Ubud dauert dann nicht zwei Stunden wie angekündigt, sondern nur eine. Am Ende hilft uns der Fahrer beim Gepäck-tragen Wecken des Hotelpersonals von In Da Lodge (Für Bilder gerne anklicken. Leider bekomme ich keine Provision. Ist also kein Affiliate-Link 🙂 Wir hatten direkt die Pool-Villa. Eine Wohnung über zwei Stockwerke. Viel Holz. 80 qm. Und das für 17 Euro die Nacht oder so. Alle sind super nett. Die Kinder sind mittlerweile im Auto eingeschlafen. Wir tragen sie ins Bett.

Ein paar Tage vor unserem spontanen Bali-Trip habe ich erfahren, dass dort 90 Prozent der Menschen dort hinduistisch sind. Darüber freue ich mich riesig! Ich wollte nämlich schon seit meinen ersten Yoga-Erfahrungen vor einigen Jahren mal nach Indien. Bali ist nicht Indien. Religiös und traditionell gesehen: Es gibt keine Kaste der ‚Unberührbaren‘ auf der Insel. Die meisten Menschen sind Reisbauern. Wobei ich erfahren habe, dass viele von ihnen morgens und abends ihren Acker bestellen. Tagsüber machen sie andere Jobs. Taxi fahren, Essen verkaufen, in einer Gamelan-Band spielen. Hier ein Hörbeispiel:

 

Fast jeden Abend kommen wir in den Genuss dieser zauberhaften Meditationsmusik. Voller Kaos und Kreativität – Das vermisse ich meisten: Gamelan-Musik!!!

Es sehr viele dieser Musikgruppen aus Bali. Sehr viele und nur sehr wenige davon spielen vor Touristen. Ich selber habe keine Live gesehen. Nur gehört. Sie haben halt gerade intensiv für ein Tempelfest geprobt. Manchmal von 18 Uhr bis 23 Uhr.

Selbst in den großen Supermärkten erklingen diese Klänge vom Band. Eigentlich fast überall, wo einheimische Menschen sind. Jeden Morgen und jeden Abend. Dazu gehören die Räucherstäbchen und Opferschälchen, aus Bananenblättern geflochten. Es wird en Göttern geopfert. Es gibt Zeremonien für das Metall, das Wasser, die Erde,… einfach für alles, sollte man meinen. Diese Rituale empfinde ich als sehr komplex.

In unserer Unterkunft wird eines Tages eine fertig gestellte Wohnung ‚eingeweiht‘, gesegnet oder gereinigt wie auch immer man das nennen will. Die Prozedur dauerte Stunden. Alle machten mit. Ein Brahmane kam, musizierte mit einer Glocke und sang. Die Frauen sangen mit. Es wurde scheinbar wahllos Feuer aus Kokosnuss-Schalen angezündet vor der Wohnung. Natürlich sollten die bösen Geister vertrieben werden.

So ähnlich sah unsere Unterkunft auch aus. Wir haben bei einer balinesischen Mehr-Gegenerationen-Großfamilie gewohnt:

 

Auf unseren Mottorädern finden wir morgens diese Opferschälchen mit Reis. Vor den Haus-Eingängen, auf den Straßen vor den Geschäften. Einmal trete ich aus Unachtsamkeit auf eine. Darin ist Schokolade, denn sie stand vor einem Kakao-Laden. Ich hatte also die braune Masse am Fuß. Erklär den Leuten mal, dass das Schokolade ist :-)))

Beim Fire-Dance wurde mir ganz anders. Genial!!! Am liebsten wäre ich jeden Tag hingegangen. Die Kinder fanden es dann auch richtig gut:

 

Kakao-Zeremonien, Tantra-Workshops, Kontakt-Impro, Ecstatic-Dance, Sing-Kreise, … Das Angebot in der Stadt der Heilung ist riesig.

—meine Favorit war das 5-Rhythmen-Tanzen!!!!!! Juhu!!!!!

Wir treffen eine bekannte Familie. Digitale-Nomaden. Ernährungs- und Fitmes-Coaches. Durch sie lernen wir weitere kennen. Darunter zwei Menschen aus Lüneburg. Sie sind zum Teil mit den selben Menschen bekannt wie wir 🙂

Am meisten freue ich mich darüber, dass wir eine Familie aus Portland, USA, kennengelernt haben. So kommen wir dazu englisch-sprechen zu üben. Es gibt erstaunlicherweise keine Kommunikationsprobleme zwischen uns. Wir beide dachten bis dahin, dass wir schlecht englisch sprechen. So – wieder einen Glaubenssatz über den Haufen geworden. AHOUU! Der Familienvater ist am selben Tag geboren wie ich!!! Das ist kein Zufall. Es lebe der 20. Juni 1980.

Die Kinderbetreuung, wie wir sie beobachtet haben

Kleine Kinder sind zumeist in de Großfamilie, von der Großmutter, dem Vater (wie wir es häufig bei unserer Gastfamilie gesehen haben), der Mutter.. Größere ab 4 Jahren gehen in die Schule. 12 Jahre Schulzeit wird angestrebt. Ob die Eltern ihre Kinder zur Schule schicken und wann ist ihnen freigestellt, wurde uns gesagt. Meistens mit so zwischen 4 und 7 Jahren. Es muss ein Schulgeld gezahlt werden. Mein Eindruck war, dass vormittags alle Kinder in den Schulen waren. Die Schule beginnt sehr früh. So gegen 6:30 Uhr / 7 Uhr.  Die Schüler_innen tragen verschiedene Schuluniformen.

Die Ernährung

Vormittags so gegen 10 Uhr kocht jemand und den Rest des Tages nimmt sich jeder, was er/sie braucht. Abends gibts die Reste aufgewärmt. Gemeinsames Essen haben wir nicht beobachtet. Das ist bei den Tempelfesten und Feiertagen anders. Da bereiten alle zusammen die fleisch-lastigen Speisen zu. 

In den viele veganen und Rohkost- Restaurants sitzen keine Balinesen und essen. Anders herum arbeiten auch keine weißen und westlichen Menschen dort. Das ist in der ganzen Stadt so. Es gibt jedoch auch kleine Gar-Küchen und Essen auf dem Motorrad mit Beiwagen. Das gibt es Suppen, Reis und Schweine- bzw. Hähnchenfleisch.

 

In Ubud gibt es viele Backpacker. Aus aller Welt. Ich habe Leute aus den Niederlanden (ehemalige Kolonialmacht auf Bali), Frankreich, Lettland, Kanada, USA, Süd-Korea und Australien persönlich getroffen. Wir waren mit deutschen Familien vernetzt. Die meisten von ihnen sind Weltreise-Familie und für einige Monate in Ubud. Eine Mutter mit Kind studiert für ein Jahr auf der Insel. Eine andere arbeitet für eine NGO.

Wow, ja, das hätte ich fast vergessen. Wir haben einen ein-stündigen Ausritt gemacht auf unseren Motorrädern. Auf der Rückfahrt verfahren wir uns und finde so märchenhaft Landschaft. Wo sind wir hingefahren? Zum Fuße des Mount Batur.

https://de.wikipedia.org/wiki/Batur_(Vulkan)

Das ist ein aktiver Vulkan. Mein erstes Mal, dass ich einer lebendigen Lava-Schleuder so nahe sein darf. Gänsehaut! Danke, Bali!

So vieles was ich in Ubud konsumiert habe, hätte ich nicht gebraucht. Ich war einfach selig und beim nächsten Mal bleibe ich länger als die 30 Tage!! (Wir konnten nur 30 Tage bleiben, weil wir uns vorher kein Visum gekauft hatten.)

 

Much Love!

Lars

Von FrischZugLuft

Ich bin geprägt durch ländlichen Minimalismus aus dem Elternhaus, Punkrock, überschwängliche Lebenslust danach, tiefe Krisen, wundervolle Erlebnisse in der Natur, meine Partnerschaft mit MamaPunk*, meine Vaterschaft und durch mein Kulturanthropologie-Studium.

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